Die Sage vom König Laurin und der Enrosadira
Die Sage vom König Laurin erklärt das Phänomen der Enrosadira, der Rotfärbung der Dolomiten in der Dämmerung.
Der Legende nach entführte Laurin, der König der Zwerge, eines Tages die wunderschöne Prinzessin Similde in sein Reich auf dem Catinaccio-Bergmassiv. Um sie für sich zu gewinnen und sie zu überzeugen, dort oben bei ihm zu bleiben, verzauberte er die Berge und bedeckte sie mit wunderschönen Rosen. Im Deutschen heißt dieses Bergmassiv deshalb auch heute noch „Rosengarten“.
Sehr bald jedoch erreichte Simildes Vater mit seinen Soldaten den Catinaccio, um die Prinzessin zu befreien. Laurin, der ahnte, dass er bald seine schöne Angebetete verlieren würde, verwünschte die Berge und verwandelte die mit Rosen bedeckten Wiesen des Catinaccio in einen steinernen Wald mit spitzen Felsen, die die bleiche Farbe des Mondes hatten. Niemand sollte jemals wieder diese Rosen sehen können, nicht bei Tag und nicht bei Nacht.
Der Zwergenkönig vergaß dabei aber den Sonnenuntergang.
Und genau das ist der Moment, in dem wir auch heute noch die Enrosadira bewundern können, denn wenn die Sonnenstrahlen auf die Felsen treffen, wird das untergegangene Reich von Laurin mit seinen Rosen wieder sichtbar.