Wars. Krieg & Frieden – Die Galerien von Piedicastello
Die Ausstellung „WARS“ entstand aus diesem Bewusstsein: Krieg ist nicht nur ein historisches, politisches ...
Die Ausstellung „WARS“ entstand aus diesem Bewusstsein: Krieg ist nicht nur ein historisches, politisches oder militärisches Ereignis, sondern ein Zustand, der Orte, Körper und Blicke verändert. Und die Fotografie erklärt uns nicht, was Krieg ist. Er zwingt uns, sie anzusehen.
Dem Wettbewerb „WARS – War and Revolutionary Stories“, aus dem diese Ausstellung hervorgegangen ist, liegt eine tiefe Überzeugung zugrunde: Gute Fotografie, insbesondere Reportagefotografie, braucht Zeit. Zeit, um die Orte kennenzulernen, ihre Geographie und Gewohnheiten zu verstehen, Beziehungen aufzubauen und die menschlichen und sozialen Kontexte zu verstehen, in denen sie tätig sind. Nur durch diesen langsamen und rigorosen Prozess kann der Fotograf wirklich bereit sein, diesen entscheidenden Moment einzufangen, der sich in Information, Emotion und Erzählung verwandeln kann.
In einem Informationssystem, das immer schneller und oberflächlicher wird, wurde WARS geboren, um ein altes Handwerk zu verteidigen, das trotz der technologischen Entwicklung weiterhin Methoden, Ressourcen und Tiefe des Blicks benötigt. Bilder, die in Kriegsgebieten, während humanitärer Krisen oder an Orten aufgenommen wurden, die von Menschen und Recht vergessen wurden, sind nicht nur visuelle Dokumente: Sie haben die Kraft, Empathie, Nähe und Solidarität zu erzeugen und dazu beizutragen, das kollektive Bewusstsein zu stärken.
Ein einzelnes Foto kann das Drama anderer Menschen erzählen und sichtbar machen, was oft am Rande der globalen Aufmerksamkeit bleibt. Aus diesem Grund möchte WARS ein Ort der Reflexion und ein Bezugspunkt für diejenigen sein, die die Fotografie lieben und an ihren zivilen und informativen Wert glauben.
In den drei Ausgaben nahm der Wettbewerb an mehr als 300 Fotografen aus der ganzen Welt teil, die 120 Länder repräsentierten und sich als internationale Plattform bestätigten, die in der Lage ist, komplexen und notwendigen Geschichten eine Stimme zu geben. WARS ist nicht nur ein Fotopreis, sondern eine gemeinsame Gelegenheit: für diejenigen, die Bilder machen und für diejenigen, die sie beobachten, um innezuhalten, zu verstehen und die Welt bewusster zu betrachten.
Ideengeber und Kurator: Raffaele Crocco
Art Director: Fabio Bucciarelli
Fotografien: Laurence Geai, Manu Brabo, Dar Yasin, Giles Clarke, Michele Spatari, Siegfried Modola, Santi Palacios, Federico Rios Escobar