Di quadro in quadro
Die Kunst des Zitierens
Di quadro in quadro. “Die Kunst des Zitierens” untersucht die Rolle des Zitats in der Kunstgeschichte, verstanden als Wiederaufnahme und Neuinterpretation von Motiven, Themen und Elementen aus früheren Werken. Die Ausstellung präsentiert Kunst als ein System kontinuierlicher Verweise, in dem jedes Bild mit anderen Bildern dialogisiert und im Laufe der Zeit neue Interpretationen hervorbringt.
Der Rundgang ist in acht Sektionen unterteilt: Vis-à-vis, Die Kopie, Bilder in Bildern, Grafie, D’après, Der Fall Morandi, Cover und Avida Dollars. Gezeigt werden 150 Werke aus den Sammlungen des Mart sowie aus bedeutenden öffentlichen und privaten Kollektionen, an denen rund 80 Künstlerinnen und Künstler beteiligt sind. Die Struktur der Ausstellung folgt einem progressiven Verlauf, der von den ersten, eher konzeptuellen Überlegungen bis hin zu den zeitgenössischen und Pop-Variationen des Zitats reicht.
Anhand von Werken von Giorgio de Chirico, Virgilio Guidi, Felice Casorati, Filippo de Pisis und Renato Guttuso beleuchtet die Ausstellung den Dialog zwischen den Meistern des frühen 20. Jahrhunderts und der vorausgegangenen künstlerischen Tradition – oft durch Kopien, explizite Bezüge und das Motiv des „Bildes im Bild“. Mit dem Aufkommen der Fotografie und der Kultur der Reproduzierbarkeit weitet sich das Thema des Zitats weiter aus. Dies zeigt sich bei Künstlern wie Giulio Paolini, Luigi Ontani und Francesco Vezzoli, die sich mit der Aneignung und der ironischen Reinterpretation historischer Vorbilder auseinandersetzen.
Schließlich erstreckt sich der Rundgang bis in die Gegenwart und in die Sprachen der Massenmedien, in denen ikonische Bilder wie die Mona Lisa oder die klassischen Veneren in den Codes der Popkultur und der Massenproduktion neu verarbeitet werden. In diesem Kontext stehen die Werke von Andy Warhol und Piero Manzoni bis hin zu den jüngsten künstlerischen Positionen, die über die Transformation und Zirkulation von Bildern im digitalen Zeitalter reflektieren.
Die Ausstellung lädt dazu ein, die Kunstgeschichte als eine Abfolge von Zitaten und Transformationen zu betrachten, in der der kreative Akt auf dem ständigen Dialog mit der Vergangenheit und der kontinuierlichen Neudefinition des Blicks basiert.