E noi che ne sappiamo?

Gedanken zum italienischen Kolonialismus

Mit der Ausstellung „Und was wissen wir darüber?“ hinterfragt das MITAG die Art und Weise, wie die italienischen Kolonialereignisse in der Zeit zwischen dem späten 19. Jahrhundert und dem Zweiten Weltkrieg erzählt wurden und wie sie heute erzählt werden können.

Das Museum hat eine Untersuchung seiner eigenen Kolonialsammlungen sowie der Bestände in anderen Museen der Region eingeleitet und beteiligt sich damit am internationalen Diskurs über den Umgang mit dem kolonialen Erbe, der in anderen Ländern bereits gereift ist.

Die Ausstellung möchte eine kritische Reflexion darüber anregen, wie die italienische koloniale Vorstellungswelt auf Stereotypen und romantisierten Lesarten aufgebaut war, die zur Legitimierung von Herrschaft und Gewalt dienten. Die ausgestellten Objekte und Bilder konfrontieren uns zudem mit Verdrängungen und Vorurteilen, die bis heute fortbestehen.

Objekte, Bilder, Dokumente, Propagandamittel und persönliche Gegenstände aus den Depots zahlreicher regionaler Museen werden in ihrer doppelten Bedeutung präsentiert: als Zeugnisse, die beim Aufbau der kolonialen Vorstellungswelt und Propaganda dienten, aber auch als notwendige Quellen für eine kritische Auseinandersetzung mit der italienischen Kolonialgeschichte.

Durch die Verflechtung mit der Sprache der Kunst wird die Erzählung durch eine künstlerische Installation von Martina Melilli in Zusammenarbeit mit Attila Faravelli bereichert.

Das Ausstellungsprojekt und die dazugehörigen Initiativen finden im Rahmen des Euregio-Museumsjahres 2025 statt, das den Themen Gerechtigkeit, soziale Gleichheit und Formen des Widerstands gewidmet ist.