"Karakorum 1929: l’impresa sospesa."
Die Expedition, die das Dach der Welt kartierte
Das MITAG-Museum wirft Licht auf eine der bedeutendsten wissenschaftlichen Expeditionen des 20. Jahrhunderts, die jahrzehntelang unbekannt blieb.
1929 brach eine Expedition unter der Leitung von Aimone di Savoia-Aosta auf, um die noch unerforschten Täler und Gletscher des Karakorum zu kartieren. Das Ziel war nicht der Gipfel, sondern Wissen: Die italienische Regierung, erschüttert durch die Katastrophe des Luftschiffs Italia unter Umberto Nobile, konnte keine weiteren Risiken eingehen. Die Mission wurde so zu einem monumentalen wissenschaftlichen Unternehmen, finanziert von der Stadt Mailand und den führenden geographischen Institutionen Italiens.
Die Ergebnisse waren außergewöhnlich: vier detaillierte Karten, die dreißig Jahre lang als kartographischer Standard der Region dienten und später von Ardito Desio als Grundlage für die Planung der Besteigung des K2 im Jahr 1954 genutzt wurden. Dennoch blieb diese Geschichte weitgehend unbekannt.
Die Ausstellung wird durch die Schenkung der Giuseppe-Chiardola-Sammlung ermöglicht – Topograph und Bergsteiger der Expedition – die topographische Karten, ein persönliches Album mit 600 Fotografien, originale Instrumente und Expeditionsausrüstung umfasst. Diese Materialien dienen heute auch als wissenschaftliche Werkzeuge: Die Vermessungen von 1929 bieten eine unverzichtbare Grundlage für die Untersuchung der Gletscherveränderungen und der globalen Klimakrise.